Die Zeit des Aufbruchs

Mutig ohne Ruh´ unser´m Ziele zu"
so lautetet die Aufschrifft einer Postkarte des Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer-Bundes Solidarität aus den frühen zwanziger Jahren. Die Wirren von Krieg und Revolution wirkten noch nach, doch die junge Demokratie der Weimaer Republik verhieß Hoffnung.
Es war die Zeit, in der sich Sportbegeisterte in Frickenhausen zusammenfanden, um im Geiste der neuen Zeit den ARKB Solidarität zu gründen. Im Gasthaus "Fränkischer Hof" versammelten sich 13 Freunde und Liebhaber des "Velozipedes", wie man das Fahrrad damals noch nannte. Zehn weitere Mitglieder gesellten sich in den folgenden Wochen hinzu.
Motiviert waren die Gründerväter von der Freude am Sport und dem Wunsch nach Kameradschaft, aber zugleich auch von dem Ziel, die Gesellschaft zum Besseren mitzugestalten. Solidarität wurde damit Lösung und Auftrag zugleich - und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Schnell war aus dem Verein ein munterer Haufen geworden. Man unternahm Ausflüge, besuchte die Feste benachbarter Vereine und schloß Freundschaft mit vielen Menschen und Organisationen gleichen Denkens. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Not bedeutete ein Fahrrad für viele einen äußerst wertvollen Besitz. So mancher legte monatelang Zehner für Zehner beiseite bis das Veloziped endlich sein eigen war.
Als Spezialisten im Langsamfahren brachten Georg Stüdlein, Philipp Gresser und Sebastian Metzger die ersten sportlichen Ehren mit nach Hause. In der Folge erlebte der Verein einen großartigen Aufschwung. Immer mehr Gleichgesinnte kamen hinzu. Radballspiele und Kunstrad-Wettbewerbe wurden ausgetragen.Man hielt Wald- und Inselfeste und ließ den ganzen Ort an der eigenen Freude teilhaben. Eine kleine Standarte, die ein fahrender Handwerksgeselle der Solidarität anfertigte, sollte die erste Vereinsfahne sein.
Der Sport stärkte das Selbstbewußtsein und den freien Willen - davon waren die Gründer überzeugt, doch die Jahre der Zuversicht fanden mit dem Beginn der Nazi-Herrschaft ein jähes Ende.