RSV "Solidarität"
Frickenhausen 1921 e.V.

Die Geschichte unseres Vereins

Der Aufbruch

Mutig ohne Ruh´ unser´m Ziele zu“
so lautetet die Aufschrifft einer Postkarte des Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer-Bundes Solidarität aus den frühen zwanziger Jahren. Die Wirren von Krieg und Revolution wirkten noch nach, doch die junge Demokratie der Weimaer Republik verhieß Hoffnung.

Es war die Zeit, in der sich Sportbegeisterte in Frickenhausen zusammenfanden, um im Geiste der neuen Zeit den ARKB Solidarität zu gründen. Im Gasthaus „Fränkischer Hof“ versammelten sich 13 Freunde und Liebhaber des „Velozipedes“, wie man das Fahrrad damals noch nannte. Zehn weitere Mitglieder gesellten sich in den folgenden Wochen hinzu.

Motiviert waren die Gründerväter von der Freude am Sport und dem Wunsch nach Kameradschaft, aber zugleich auch von dem Ziel, die Gesellschaft zum Besseren mitzugestalten. Solidarität wurde damit Lösung und Auftrag zugleich – und daran hat sich bis heute nichts geändert.Schnell war aus dem Verein ein munterer Haufen geworden. Man unternahm Ausflüge, besuchte die Feste benachbarter Vereine und schloß Freundschaft mit vielen Menschen und Organisationen gleichen Denkens.

Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Not bedeutete ein Fahrrad für viele einen äußerst wertvollen Besitz. So mancher legte monatelang Zehner für Zehner beiseite bis das Veloziped endlich sein eigen war.Als Spezialisten im Langsamfahren brachten Georg Stüdlein, Philipp Gresser und Sebastian Metzger die ersten sportlichen Ehren mit nach Hause.

In der Folge erlebte der Verein einen großartigen Aufschwung. Immer mehr Gleichgesinnte kamen hinzu. Radballspiele und Kunstrad-Wettbewerbe wurden ausgetragen.Man hielt Wald- und Inselfeste und ließ den ganzen Ort an der eigenen Freude teilhaben.

Eine kleine Standarte, die ein fahrender Handwerksgeselle der Solidarität anfertigte, sollte die erste Vereinsfahne sein.Der Sport stärkte das Selbstbewußtsein und den freien Willen – davon waren die Gründer überzeugt, doch die Jahre der Zuversicht fanden mit dem Beginn der Nazi-Herrschaft ein jähes Ende.

Der Niedergang

Nach dem Erlaß des Ermächtigungsgesetzes vom Februar 1933 nahm die Verfolgung der Arbeitersport-Bewegung ihren Lauf. Der Arbeiter-Radfahrer- Bund Solidarität wurde Im ganzen Land zerschlagen, das Vermögen enteignet – aufgrund „sozialdemokratischer Weltanschaung“ und zum „Schutz von Volk und Staat“, wie es in einem Befehl der Geheimen Staatspolizei, des mächtigsten Terrorinstruments der Nazis, hieß.

Mit welchem Mut Mitglieder der Frickenhäuser Solidarität dem Verbrechen entgegentraten, beweist das Schicksal der Vereinsstandarte. Das Haus des Vorsitzenden Wendelin Hilpert war von SA-Schergen durchsucht worden, alle Unterlagen und Protokolle wurden eingezogen und vernichtet. Zum Retter der Fahne wurde Michael Weiglein. Bei der Durchsuchung seines Hauses in der Spitalgasse trug er das Fahnentuch um den Leib. Seine Tochter Agnes Hoppe errinnert sich noch heute an die schrecklichen Vorgänge.

Danach versteckte er die Standarte in einem leeren Faß im Keller und vergrub sie später zusammen mit seinem Schwiegersohn Georg Sussner in seinem Weinberg am Steinach. Auf diese Weise wurde die Fahne zum kostbarstem Besitz der Frickenhäuser Solidarität, bis sie beim Brand des Vereinsturms in der Nacht zum 19. April 1991 ein Raub der Flammen wurde.

Der Neubeginn

Nach einem furchtbaren Kriegsende fanden sich am 15. März 1947 wieder Männer bereit, den Verein als Rad- und Kraftfahrer-Bund Solidarität neu entstehen zu lassen, darunter einige derer, die bereits 26 Jahre zuvor beisammengesessen waren. Allmählich fand man sich zu Vereinsveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Theatervorführungen zusammen. Es kehrte Leben ein, eine Volkstanzgruppe wurde gegründet und erfreute sich rasch großer Popularität.

Das erste große Fest anläßlich des 30jährigrn Jubiläums im Juni 1951 führte demVerein viele neue Mitglieder zu. Nach dem 40jährigrn Stiftungsfest im Juni 1961 entstand eine Jugendgruppe, die bald erste Erfolge erzielte. Größter sportlicher Höhepunkt war die deutsche Vizemeisterschaft im Zweier-Kunstradfahren der Frauen, die Irmtraud Seuferling und Helga Szumilas im September 1965 in Berlin errangen.

Die Brüder Heinz und Jürgen Öder sorgten zusammen mit ihrem Vater und Trainer Edwin Öder für einen weiteren Glanzpunkt, als sie 1970 deutsche Vizemeister im Zweier-Kunstradfahren der Jugend wurden.

Die Festschrift zum 50jährigrn Stiftungsfest der Frickenhäuser Solidarität führte ein Grußwort von Bundeskanzler Willy Brandt an. Sportliche Wettkämpfe begleiteten die einwöchige Feier. Ein internationales Zeltlager der Solidaritätsjugend Deutschland mit Trainingseinheiten und Diskussionsforen verliehen der Festwoche Gewicht. Gäste aus der CSSR, der Schweiz und Österreich unterstrichen den völkerverbindenen Anspruch der Sölidarität.

1974 gab sich der Verein den neuen Namen „Radsportverein Solidarität Frickenhausen am Main 1921 e. V.“ Der Erhalt der Gemeinnützigkeit war der Grund für die Entscheidung.

Die Gegenwart

Das Kunstradfahren blieb all die Jahre hindurch der sportliche Mittelpunkt des Vereins. Dritter deutsche Meister wurden 1975 Günther und Helmut Hofmann. Seit 1980 leisten Doris und Helmut Hofmann beachtliche Nachwuchsarbeit.

Die Statistik weist allein 1984, 470 Übungsstunden aus, die die beiden leisteten. Beachtliche Erfolge bis auf Landesebene sind daraus immer wieder entstanden. 1986 wurde Frickenhausen Schauplatz der unterfränkischen Kunstrad- Meisterschaften.

1973 tratt die Solidarität dem Tischtennisverband bei und schickte die ersten Mannschaften in die Verbandsrunde.Sie wurden 1990 wieder abgemeldet.

Seit 1993 spielt erneut eine Jugendmannschaft in den Farben der Solidarität.

RSV Solidarität Frickenhausen 1921
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